Kälteeinbruch und Bauarbeiten: Saisoneröffnung des Herborner Vogelparks verschoben
Freitag, den 25. Februar 2011 um 09:33 Uhr
Aufgrund des starken Kälteeinbruchs ab dem 20. Februar hat sich die Geschäftsführung des Vogelparks Herborn entschlossen, die für Sonntag, den 06. März, angekündigte Saisoneröffnung zu verschieben.
Nach Mitteilung der Parkleitung ist es einerseits den größtenteils exotischen Vögeln nicht zuzumuten, bei den erneut gegebenen frostigen Temperaturen in die Außenvolieren gesetzt zu werden.
Hinzu kommt, dass derzeit im Vogelpark mit tatkräftiger Unterstützung der Firma Willi Lauber ein attraktives Gehege für Erdmännchen errichtet wird, und die Mauer- und Betonarbeiten jetzt aufgrund der starken Frostgrade unterbrochen werden mussten. Auch wenn die Eröffnung des Geheges für diese possierlichen südafrikanischen Schleichkatzen nach Mitteilung von Vogelparkleiter Wolfgang Rades erst im Sommer erfolgen kann, so müssen dennoch die aktuell stark in Anspruch genommenen Wege nach Beendigung der Rohbauarbeiten vor der Parkeröffnung wieder soweit hergerichtet sein, dass den Vogelparkfreunden bei ihrem Besuch größere Beeinträchtigungen erspart bleiben.
In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Wetters strebt das Vogelparkteam an, den Park am Sonntag, den 13. März, wieder zu eröffnen. Näheres dazu wird natürlich beizeiten in den Medien sowie auf der Homepage des Vogelparks (www.vogelpark-herborn.de) bekannt gegeben werden.
Frankfurter Schulklasse des Lessing-Gymnasiums unterstützt das Vogelparkteam bei der Landschaftspflege
Montag, den 31. Januar 2011 um 11:33 Uhr
Schulunterricht der etwas anderen Art erlebten jetzt 28 Schüler der Klasse 8 b des Lessing Gymnasiums Frankfurt, die ihren Wandertag zu einem Ausflug in den Vogel- und Naturschutztierpark Herborn nutzten. Dieser Tag in der herrlichen Landschaft des Naturparks Lahn-Dill-Bergland brachte für die von ihren Lehrern Leonie Blum und Gerrit Ulmke betreuten Jugendlichen aus der Main-Metropole gleich mehrfach eindrucksvolle Erlebnisse.
So war die umweltfreundliche Anreise mit dem Zug nach Herborn und anschließender Weiterfahrt mit dem Bus in den Stadtteil Uckersdorf für einige der Schüler eine völlig neue Erfahrung. Positiv auf die Stimmung der Gymnasiasten wirkte sich neben der Schönheit der Landschaft natürlich auch das zwar kalte, aber trockene und zeitweise gar sonnige Winterwetter aus.
Das Vogelparkteam hatte die Tore des eigentlich bis zur für den 6. März geplanten Saisoneröffnung für Besucher geschlossenen Herborner Naturerlebniszentrums eigens für die Gäste aus Frankfurt geöffnet. Natürlich war eine Führung durch den Vogelpark mit Zoopädagogin Christin Trapp ein wesentlicher Bestandteil dieses ausgefüllten Wandertags.
Neben Publikumsliebling Molukkenkakadu „Coco“, farbenprächtigen Arapapageien, imposanten Eulen, eleganten Flamingos, Lisztäffchen „Morkward“, Muntjakhirsch „Benno“ und seiner Familie, Parmakängurus mit aktuell gleich zwei Beuteljungen, Königspythonschlangen, Clownfisch „Nemo“ und vielen anderen interessanten Tieren waren die Jugendlichen aus der Großstadt besonders von den frei fliegenden Weißstörchen mit ihrer eindrucksvollen Flügelspannweite von zwei Metern begeistert. Gelegenheit, die Biologiekenntnisse anschaulich aufzufrischen gab es also genug.
Zudem griffen die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Astscheren und Sägen dem Vogelparkteam bei der Landschaftspflege in der benachbarten Wacholderheide tatkräftig unter die Arme. Völlig neu war den Frankfurter Schülern, dass nicht nur der Rückschnitt von Schwarzdornsträuchern, sondern auch das Absägen von kleinen Bäumen wie Kiefern und Eichen im waldreichen Lahn-Dill-Bergland bisweilen durchaus im Interesse des Natur- und Landschaftsschutzes sein kann.
Wie Vogelparkleiter Wolfgang Rades erklärte, wurden die Wacholderheiden als ökologisch wertvolles Kulturland in der Vergangenheit durch extensive landwirtschaftliche Nutzungen, zumeist durch Schafbeweidung, offen gehalten. Auf diese Weise sind vielfältige offene Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten entstanden. Die sonnenbedürftige Zauneidechse, der Schwalbenschwanz , der Feuerfalter, verschiedene Heuschrecken und Wildbienen haben so eine Heimat gefunden. Ebenso unter den lichtbedürftigen Pflanzen die Heidenelke, das Sonnenröschen, die Golddistel oder das Heidekraut.
Der Biologe erläuterte den Schülerinnen und Schülern, dass diese Flächen ohne extensive Beweidung oder zumindest gelegentliche Mahd verbuschen und langfristig zu Buchenwald werden würden. Selbst der namengebende lichtbedürftige Wacholder hätte im schattigen Wald keine Überlebenschance! „Von den Früchten des Wacholders, den Wacholderbeeren ernährt sich unter anderem die Wacholderdrossel, sowie weitere zumindest 42 Vogel- und 18 Säugetierarten“, erläuterte Wolfgang Rades auch die ökologische Bedeutung dieses selten gewordenen Nadelstrauchs.
Solcher Landschaftspflegemaßnahmen der Naturschützer sind übrigens auch für den Fremdenverkehr bedeutsam. Rades: „Gerade die bunten Trockenrasen in Sonnenlage können vielen erholungssuchenden Menschen Erholung und Entspannung bringen. Der Einsatz unseres Teams sowohl im Vogelpark als Ausflugsziel und Naturerlebniszentrum als auch in der Landschaftspflege dürfte somit auch den Fremdenverkehrsträgern unserer Region am Herzen liegen.“
Dies können jetzt nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 b des Lessing Gymnasiums Frankfurt bestätigen, sondern sie können jetzt zudem von sich sagen,aktiv zum Landschaftsschutz im herrlichen Naturpark Lahn-Dill-Bergland beigetragen zu haben.
Neues Fortbildungsangebot des Vogelparks für die ErzieherInnen der Herborner Kindertagesstätten
Montag, den 13. Dezember 2010 um 16:39 Uhr
Auch wenn der Herborner Vogelpark seit Ende November bis zur Saisoneröffnung am
6. März 2011 geschlossen ist, so wird natürlich in Uckersdorf tagtäglich weiter gearbeitet. Darauf macht die Vogelparkgeschäftsführung mit Geschäftsführer Jörg Kring und Vogelparkleiter Wolfgang Rades jetzt aufmerksam.
Wie Rades erläutert, benötigen die größtenteils in den beheizten Winterquartieren lebenden Tiere natürlich einer täglichen Betreuung. Weiterhin ist es nach Mitteilung des Biologen in den Wintermonaten erforderlich, die neue Vogelparksaison vorzubereiten.
Nachzuchten werden abgegeben und neue Tiere ziehen ein. Aus dem NABU-Artenschutzzentrum Leiferde hat der Vogelpark jetzt zwei Königspythonschlangen und aus dem Zoo Saarbrücken einen weiteren weiblichen Chinesischen Muntjakhirsch erhalten.
Währenddessen wächst und gedeiht das kleine, erst am 18. November geborene Muntjakkitz, allen winterlichen Einflüssen zum Trotz bestens. Wenn es dann doch einmal zu sehr schneit, zieht sich das Kitz mit seiner Mutter in eine Schutzhütte zurück.
Das Veranstaltungsprogramm 2011 des Vogelparks mit zahlreichen Höhepunkten, vom traditionsreichen „Tag des Alten Handwerks“ über einen erstmals seit einigen Jahren
wieder angebotenen „Kindertag“ und einer neuen, von Zoopädagogin Christin Trapp mit Unterstützung der Tierpflegerauszubildenden Christine Hofmann ausgearbeiteten „Wildhüterausbildung“ steht kurz vor der Fertigstellung.
Mit Hilfe der vor einigen Monaten mit Unterstützung des Vogelparkvereins und der Sparkasse Dillenburg eröffneten Zooschule soll zudem das neue, im Masterplan des Fachbüros Tiergartengestaltung Wiesenthal für das Herborner Naturerlebniszentrum geschaffene Motto „Schau mal was Du hörst – im Vogel- und Naturschutztierpark Herborn!“ weiter mit Leben erfüllt werden: Neben der bewährten Kooperation mit dem Johanneum-Gymnasium und einer neuen, besonders intensiven Kooperation mit der Herborner Comeniusschule (wir berichteten), soll dazu jetzt auch eine in Zusammenarbeit mit der Stadt Herborn und Professor Hans-Peter Ziemek vom Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen zwei mal jährlich angebotene naturkundliche Fortbildung für die ErzieherInnen der Herborner Kindertagesstätten beitragen.
Angeboten werden Themen wie „Vom Ei zum Küken – Brut und Aufzucht im Vogelreich“, „Klappern gehört zum Handwerk – aus dem Leben der Störche“, „Tarnung und Warnung im Tierreich“ oder „Keine Bange vor der Schlange – auf den Spuren der Nachfahren der Dinosaurier“.
Die Fortbildung soll die ErzieherInnen als Multiplikatoren in die Lage versetzen, die Inhalte der Seminare den von ihnen betreuten Kindern dann bei einem unentgeltlichen Ausflug in den Vogelpark naturerlebnispädagogisch zu vermitteln.
Biologin Christin Trapp: „Unsere Zooschule und die Herborner Kindertagesstätten möchten auf diese Weise dazu beitragen, dass unsere Kinder nicht mehr ganz so naturentfremdet aufwachsen, wie es heute leider – selbst im ländlichen Raum - nur allzu oft der Fall ist. Entsprechend erweitern wir natürlich auch unser zoopädagogisches Angebot für die Schulklassen aus unserer Region.“
Die Auftaktveranstaltung zur neuen Fortbildungsreihe für die Herborner KiTas verlief kurz vor dem Saisonende des Vogelparks bereits mit recht positiver Resonanz. Denn immerhin wurde das Angebot schon von zwölf Erzieherinnen aus sechs verschiedenen Herborner Kindertagesstätten wahrgenommen. Und das Thema des ersten Seminars steht auch bereits fest. Mit deutlicher Mehrheit entschieden sich die Teilnehmerinnen für „Vom Ei zum Küken“. Natürlich wird diese Veranstaltung, wenn nach hoffentlich nicht allzu langem Winter das Frühjahr erwacht, vor den Ostertagen stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
Ansprechpartnerin ist bei der Stadt Herborn Cornelia Glade-Wolter (Tel. 02772/708-270). Auskünfte über das zoopädagogische Angebot des Vogelpark Herborn erteilen die Biologen Christin Trapp und Wolfgang Rades unter der Rufnummer 02772/42522.
(c) Foto: Katrin Weber
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