Herborns homosexuelle Rosa Flamingos „Siegfried“ und „Roy“ nebst Adoptivkind als Fernsehstars von Maintower bis zum Hessentipp 2010 ist ein besonderes Herborner Flamingojahr
Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 07:26 Uhr
Nachdem in Herborns familienfreundlichem Naturerlebniszentrum im Vorjahr mit der erfolgreichen Aufzucht des kleinen „Pink“, dessen Patin übrigens FFH-Moderatorin Sarah Neuburg ist, die erste Herborner Nachzucht des Rosa Flamingo geglückt ist, erblickten hier in diesem Jahr am 28. Juni, 10. Juli und 18. Juli gar drei kleine Flamingos das Licht der Welt. Darauf ist das Vogelparkteam schon ein wenig stolz, denn die erfolgreiche Flamingozucht ist in Tiergärten noch längst keine Routine.
Ganz besondere Beachtung findet bei der Aufzucht mit der flamingotypischen, in der Speiseröhre der Eltern erzeugten blutrot gefärbten Kropfmilch in Herborn das homosexuelle Rosa Flamingo-Paar Siegfried (Ring rechts schwarz) und Roy (Ring rechts gelblich-weiß).
Diese beiden „auch im Herzen tief rosa Flamingos“ zeigten in diesem Sommer einen dermaßen ausgeprägten Bruttrieb, dass Vogelparkleiter Wolfgang Rades ihnen zunächst ein Gipsei unterschob. Dieses konnte dann am 9. Juli durch ein beim Eiterfelder Flamingo-Experten Oskar Giebel von seinen Eltern vernachlässigtes Ei des Roten oder Kubaflamingos ersetzt werden.
„Siegfried“ und „Roy“ kümmern sich so rührend um ihr kleines Kubaflamingoküken, dass die Medien sich aktuell in Herborns Vogelpark die Klinke in die Hand geben. Nachdem vor zwei Wochen bereits im „Hessentipp“ im HR-Fernsehen über das ungewöhnliche Flamingopaar berichtet wurde, drehte am heutigen Montag ein TV-Team um Jan Fritsche für die HR-Sendung „Maintower“. Ausgestrahlt wird dieser Beitrag aus Herborn voraussichtlich am Dienstag, den 27. oder Mittwoch, den 28. Juli ab 18.00 Uhr.
„Siegfried“ und „Roy“ und ihr Adoptivküken sowie die anderen Flamingos können täglich von 9.30 bis 19.00 Uhr in Herborns Vogelpark besucht werden. Der Eintritt kostet € 5,- für Erwachsene, € 2,- für Kinder und € 12,- für Familien.
(c) Foto: Koch
Jungvogel gefunden – Was nun?
Montag, den 19. Juli 2010 um 09:06 Uhr
Diese Frage stellt sich in den letzten Wochen vielen Naturliebhabern. Christin Dederich vom Vogelpark Herborn teilt hierzu mit, dass scheinbar aus dem Nest gefallene Jungvögel nicht unbedacht mitgenommen werden sollten. „Bei den Jungvögeln muss man wissen, ob es sich um einen „Nestling“ oder „Ästling“ handelt“, betont die Diplom-Biologin.
Als Nestlinge werden die Jungvögel bezeichnet, die nur wenige Tage alt und noch nackt oder erst leicht befiedert sind. In diesem Fall könne man davon ausgehen, dass das Tier aus dem Nest gefallen ist. Ist das Nest auffindbar, sollte der Vogel wieder dorthin zurückgesetzt werden.
Oftmals glauben Vogelliebhaber, dass sie die Jungvögel nicht anfassen dürfen, da dann der Geruch des Menschen die weitere Aufzucht beeinflussen könnte. Jedoch gilt dies nur bei den Säugetieren; fast alle Vögel hingegen können schlecht riechen, sodass Jungvögel in der Regel problemlos zu ihren Geschwistern zurück gesetzt werden können.
Ästlinge sind Jungvögel, die noch nicht gut fliegen können, das Nest aber schon zu ersten Flugversuchen verlassen. Sie wurden nicht von Ihren Eltern „im Stich gelassen“, wie es oft den Anschein macht, sondern stehen durch ihre Bettelrufe mit ihnen in Verbindung und werden von den Altvögeln weiter versorgt.
Diese Vögel mitzunehmen und von Hand groß zu ziehen ist deswegen nur allzu oft falsch verstandene Tierliebe.
Ästlinge sollte man in jedem Fall sitzen lassen. „Denn von Hand aufgezogene Jungtiere haben selbst bei fachgerechter Pflege sehr viel schlechtere Überlebenschancen als die in der Natur aufgewachsenen“ betont Christin Dederich.
In den letzten Tagen kommt es im Vogelpark Herborn besonders häufig zu Anfragen wegen jungen Mauerseglern. Wie die Herborner Zoopädagogin mitteilt, wird es in diesem extrem warmen Sommer den Jungvögeln häufiger zu heiß in ihrem Nest, sodass sie dieses frühzeitig verlassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln, wie Amseln oder Sperlinge, versorgen Mauersegler ihre Jungen nicht mehr am Boden.
In solchen Fällen ist dann wirklich Hilfe geboten. Allerdings muss das Vogelparkteam darauf hinweisen, dass aus Gründen der begrenzten Kapazitäten des Parks und aufgrund der Tierseuchenhygiene in der Uckersdorfer Auffangstation nur seltene Arten wie Greifvögel, Eulen oder Stelzvögel aufgenommen werden können.
Im Falle betroffener Kleinvögel ist deswegen Eigeninitiative der Tierfreunde gefragt. Tipps zur erfolgreichen Aufzucht erhalten diese im Internet unter www.wildvogelhilfe.org.
Vogelfreunde müssen auch bedenken, dass die Fütterungszeiten zwischen 7:00 Uhr und 22:00 Uhr liegen und der kleine „Piepmatz“ alle zwei Stunden nach seinem Futter verlangt.
Im Falle eines jungen Mauerseglers, der auf den ersten Blick auch häufig mit einem kleinen Greifvogel verwechselt werden kann, empfiehlt sich eine Blick auf die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler e.V. in Frankfurt www.mauersegler.com
So lange in der Frankfurter Mauerseglerklinik Kapazitäten frei sind, besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit Fundtiere dort in sachkundige Hände abzugeben.
Telefonisch zu erreichen ist diese unter der Rufnummer: +49 (69) 35 35 15 04
oder Mobil: +49 (1 73) 36 04 16 7
In den Schulferien jetzt langer Dienstag im Vogelpark HR-Fernsehen berichtet aus Herborns Flamingo-Kinderstube
Montag, den 12. Juli 2010 um 06:53 Uhr
Aufgrund der sommerlich- heißen Witterung in den zurückliegenden Wochen bietet das Team des Vogelparks in dem im Dreiländereck Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW gelegenen Herborner Stadtteil Uckersdorf – zunächst versuchsweise – in den Schulferien beginnend mit dem 13. Juli einen langen Dienstag an. Der Park ist somit bis Ende August bei sommerlich trockenem Wetter an Dienstagen nicht nur bis 19.00 Uhr, sondern bis 21.00 Uhr geöffnet.
Wie Vogelparkleiter Wolfgang Rades mitteilt, können Naturfreunde somit auch im Anschluss an andere sommerliche Aktivitäten, wie z. B. einem Schwimmbadbesuch, Dienstag abends bei angenehmen Temperaturen noch einmal dem besonders beliebten Molukkenkakadu „Coco“ und natürlich nicht zuletzt der aktuell besonders reichhaltigen Kinderstube in Herborns familienfreundlichem Naturerlebniszentrum einen Besuch abstatten. Als besonderes Bonbon bietet das Vogelparkteam in dieser Zeit bei trockenem Wetter dienstags um 19.00 Uhr eine Sonderführung „Futter für Zootiere – von der Futterküche bis in den Rachen“ mit Zoopädagogin Christin Dederich an.
Besonders attraktive Stationen dieser Führung werden dabei die Kinderstuben bei den Roten Ibissen, den Schneeeulen, wo „Hedwig“ und „Merlin“ aktuell alle Fänge voll zu tun haben, gleich sechs hungrige Jungeulenschnäbel zu stopfen, und bei den Flamingos sein.
Nachdem mit dem kleinen „Pink“ im Vorjahr die Herborner Erstzucht bei den aparten Rosa Flamingos gelang, wetteifern bislang schon zwei possierliche kleine Flamingos um die Gunst der Besucher. Das Besondere dabei ist, dass – wie berichtet - ein homosexuelles Rosa Flamingopärchen, von den Vogelparkmitarbeitern „Siegfried“ und „Roy“ genannt, einen kleinen Kubaflamingo aus der Nachzucht des Eiterfelder Flamingoexperten Oskar Giebel mit der für Flamingos typischen Kropfmilch aufziehen soll. Denn das Elternpaar in Eiterfeld hatte sein Ei leider nicht angenommen, so dass es im Brutapparat bebrütet und in Ermangelung geeigneter Zieheltern in Eiterfeld von seinem Besitzer in den Vogelpark Herborn zu „Siegfried“ und „Roy“ gebracht werden musste. Das homosexuelle Flamingopaar hatte bekanntlich zuvor nach Unterschieben eines Gips-Eis seine Brutwilligkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, und akzeptierte das bereits angepickte „Kuckucksei“ als Ersatz für das nunmehr entfernte Gipsei ohne zu zögern.
Am Samstag, den 10. Juli, war es dann so weit: der erste kleine Kubaflamingo erblickte inmitten seiner rosa Verwandtschaft das Licht der Welt.
Das besonders spannende Familienleben in Herborns Flamingokolonie hat sich jetzt übrigens auch bis zum „Hessentipp“ des HR – Fernsehens herumgesprochen. Mit der Folge, dass sich für Montag, den 12. Juli, ein HR -Team zu Dreharbeiten im Vogelpark Herborn angekündigt
(c) Foto: Koch
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