Vierzigtausendste Jahresbesucherin begrüßt Besucherboom im Vogel- und Naturschutztierpark Herborn
Freitag, den 14. Oktober 2011 um 07:13 Uhr
Trotz der insbesondere im Spätsommer und Frühherbst nur allzu oft ungünstigen Witterung konnte der Vogel- und Naturschutztierpark in Herborn-Uckersdorf bereits am 13. Oktober, und somit so früh wie noch nie zuvor, den vierzigtausendsten Besucher des Jahres begrüßen:
Hiltrud Bill (70) aus Wetzlar - Naunheim besuchte in Begleitung ihres Mannes Reinhold (73) und ihrer Großnichten Annabelle (6) und Kira (4) bereits zum vierten Mal in diesem Jahr das Herborner Naturerlebniszentrum. Während das Lieblingstier von Annabelle und Kira der menschenbezogene Molukkenkakadu „Coco“ ist, zeigten sich Hiltrud und Reinhold Bill von der neuen Erdmännchenanlage und den in diesem Kalahari-Auschnitt lebenden possierlichen Schleichkatzen besonders angetan. Nicht zuletzt, weil sich inzwischen auch des öfteren die beiden erst vier Wochen alten jungen Jungtiere von „Familie Erdmann“ verspielt und unternehmenslustig in dem geräumigen Freigehege tummeln. Auch insgesamt ist das Wetzlarer Ehepaar von der gepflegten und dennoch naturnahen Anlage des Herborner Vogelparks sehr angetan.
Zoopädagogin Christin Trapp (im Bild rechts) und Parkleiter Wolfgang Rades (im Bild links) überreichten der Jubiläumsbesucherin gemeinsam mit Kakadu „Coco“ einen bunten Herbstblumenstrauß und den attraktiven Bildband „Kein Platz für wilde Tiere – Naturschutz auf Grzimeks Spuren“.
Der Vogel- und Naturschutztierpark Herborn ist noch bis möglichst weit in den November hinein bis zum Einbruch dauerhafter harter Winterwitterung täglich von 9.30 bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Letzter Einlass ist eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit.
(c) Foto: Vogelpark Herborn
Der Erdmännchen- Nachwuchs begeistert zahlreiche Besucher
Freitag, den 07. Oktober 2011 um 08:27 Uhr
Vergangenes Wochenende fand mit bemerkenswert positiver Resonanz der diesjährige Zootag im Vogel- und Naturschutztierpark Herborn statt. Die schöne frühherbstliche Witterung, die attraktiven Aktionen und Informationen des Vogelparkteams rund um die Beutegreifer Uhu, Wildkatze, Pythonschlange und Erdmännchen sowie nicht zuletzt die Aussichten auf die ersten Beobachtungen des Mitte September geborenen Nachwuchses bei „Familie Erdmann“ ließen am Wochenende mehr als 2.000 Besucher die Tore von Herborns beliebtem Naturerlebniszentrum passieren.
Vogelparkleiter Wolfgang Rades hatte vor Wochenfrist die Hoffnung ausgesprochen, dass die Jungtiere der possierlichen südafrikanischen Schleichkatzen schon am Zootagswochenende zu sehen sein könnten. Und der Biologe sollte Recht behalten: In unregelmäßigen Abständen sind seit dem 1. Oktober in dem 70 Quadratmeter großen Kalahari-Ausschnitt im Vogelpark zwei noch recht tollpatschige und allenfalls leberwurstgroße junge Erdmännchen zu beobachten. Diese werden bei ihren noch recht kurzen Ausflügen auf Schritt und Tritt von Mama „Snoopy“, Papa „Hugo“ (beide dreijährig) und ganz besonders auch dem mit fast zehn Jahren schon recht betagten Onkel „Stevie“ aufmerksam begleitet.
Angesichts der bekannten perfekten Teamarbeit bei „Familie Erdmann“ überrascht dies keineswegs. Wolfgang Rades betont denn auch, dass es die Erdmännchen höchst eindrucksvoll verstehen, in den Wüsten des südlichen Afrika den Widrigkeiten wie extremer Dürre, nächtlicher Kälte, sintflutartigen Regenfällen und den Bedrohungen durch größere Raubtiere und Greifvögel zu trotzen. Biologe Rades: „Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich die eine oder andere menschliche Familie an diesem vorbildlichen Sozialverhalten der Erdmännchen ein Beispiel nehmen würde! Die possierlichen Erdmännchen bieten uns damit durchaus so etwas wie einen Gegenentwurf zur Ich-Bezogenheit unserer menschlichen Gesellschaft!“
Dafür, dass den kleinen Erdmännchen die jetzt bei uns einsetzende herbstliche Witterung nicht allzu sehr zu schaffen macht, sorgen mehrere im Gehege verteilte Wärmestrahler ebenso wie ein geräumiges Schutzhaus, während in den unterirdischen Bauten die erwachsenen Tiere die Kleinen wärmen.
Natur- und Tierfreunde, die das Familienleben der „Erdmanns“ sowie weitere etwa 300 Tiere in über 70 Arten beobachten möchten, haben dazu in Herborns Vogelpark noch bis in den November hinein Gelegenheit. Und natürlich steigen mit jedem Tag, den die kleinen Erdmännchen älter werden, die Möglichkeiten, sie voller Tatendrang in ihrem geräumigen Gehege beobachten zu können.
Der Vogel- und Naturschutztierpark Herborn ist auch in diesem Herbst bis zum Eintritt dauerhafter winterlicher Witterung täglich von 9.30 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Letzter Einlass ist bis eine Stunde zuvor.
(c) Foto: Vogelpark Herborn - Sarah Grasse
Zootag im Vogelpark Herborn: Bei „Familie Erdmann“ kündigt sich Nachwuchs an
Dienstag, den 27. September 2011 um 07:46 Uhr
Pünktlich zum Zootag, der am Sonntag, den 2. Oktober, von 11.00 bis 17.00 Uhr im Vogel- und Naturschutztierpark im Herborner Stadtteil Uckersdorf mit dem Themenschwerpunkt „Beutegreifer“ stattfindet (wir berichteten), kündigen sich bei den im Blickpunkt stehenden Erdmännchen spannende Neuigkeiten an: Es verdichten sich nämlich die Anzeichen, dass Erdmännchendame „Snoopy“ (3) aus dem Tiergarten Staßfurt/Sachsen-Anhalt Mutter geworden ist. Vater ist der gleichaltrige „Hugo“, der, wie auch der knapp zehnjährige „Stevie“, aus dem Kölner Zoo stammt. „Stevie“ wird jetzt seinem guten Ruf nicht nur als exzellenter Wächter, sondern auch als vorzügliche männliche Amme in vorbildlicher Weise gerecht. Geburtsdatum der kleinen „Erdmanns“ dürfte der 13. September gewesen sein.
Vogelparkleiter Wolfgang Rades erläutert: „Noch konnten wir zwar keines der Jungtiere erblicken. Deutliche Verhaltensänderungen – zumeist ist eines der Alttiere jetzt „unter Tage“ - zeigen uns ebenso wie der spürbar abgenommene Leibesumfang von „Snoopy“, dass das erfreuliche Ereignis bereits stattgefunden hat.“ - Üblicherweise sind bei den Erdmännchen die zwischen zwei und sieben Jungtiere während der ersten Lebenswochen in einer Art Bruthöhle versteckt. Dort werden sie abwechselnd von einem der älteren Tiere betreut und auch gewärmt. Erst ab einem Alter von etwa vier Wochen sind sie verstärkt außerhalb der Bruthöhle zu sehen. - Allerdings kann es nach Hinweisen von Bianka Ziem, Leiterin des Tiergartens Staßfurt, in dem „Snoopy“ aufwuchs, „ aber auch vorkommen, dass die Alttiere die jungen Erdmännchen bei sonnigem Wetter auch schon im Alter von nur 10 bis 14 Tagen vorübergehend nach draußen an die Sonne tragen.“ – Mit ein wenig Glück kann demnach bei den aktuellen spätsommerlichen Bedingungen in Herborns Tiergarten schon jetzt täglich mit dem Auftauchen der kleinen Erdmännchen gerechnet werden.
Noch allerdings haben sich die kleinen „stokstertjies“ ( Afrikaans für Stockschwänze, wie die Tiere wegen ihrer aufrechten Sitzhaltung, bei der sie von ihrem stockähnlichen Schwanz gestützt werden, in Südafrika auch heißen) nicht blicken lassen, so dass die Mitarbeiter des Herborner Naturerlebniszentrums noch nicht wissen, um wie viele Jungtiere es sich handelt.
Wie Diplom-Biologe Wolfgang Rades betont, werden die Tierpfleger absichtlich nicht aktiv nachsehen, um das Leben der Kleinen nicht zu gefährden.
Rades: „Denn leider ist es verschiedentlich schon vorgekommen, dass gestresste Erdmännchen ihre Jungtiere in Panik getötet haben.“ Diesem Risiko sollen die ersten in Herborn geborenen Erdmännchen natürlich nicht ausgesetzt werden, so dass der Herbst sicherlich noch spannende Einblicke in das Familienleben der Erdmännchen ermöglichen wird.
Der besonders beliebte Molukkenkakadu „Coco“ hat jedenfalls als bislang unumstrittener Publikumsliebling in Herborn-Uckersdorf ernsthafte Konkurrenz bekommen. Eine Konkurrenz allerdings, die auch „Coco“ spürbar gut tut. Denn mehr Besucher bedeuten gleichzeitig auch mehr Streicheleinheiten für den vollkommen menschenbezogenen Kakadu!
Der Zootag bietet natürlich noch weitere Höhepunkte: Selbst wenn die kleinen Erdmännchen am Sonntag noch nicht zu sehen sein sollten, ermöglicht die Vorführung der sehenswerten NDR-Dokumentation „Erdmännchen- ein unschlagbares Team“ eindrucksvolle Einblicke in das Familienleben der possierlichen südafrikanischen Schleichkatzen. Weiterhin soll die neue „Biodiversitätskiste Wildkatze“ des BUND mit einigen Naturerfahrungsspielen und damit mit der europäischen Wildkatze ein heimischer Beutegreifer näher vorgestellt werden.
Und da sich bei den fast putengroßen Rotbrustkrontauben nach einer längeren Pause gleichfalls wieder Nachwuchs ankündigt, haben die Mitarbeiter des Parks jetzt eine Kamera installiert, die über einen Monitor am Innengehege der Lisztaffen Einblicke in das Brutgeschehen der seltenen Vögel aus Neuguinea ermöglicht.
Vogelparkleiter Wolfgang Rades informiert die Besucher bei Sonderführungen um 11.30, 13.30, 15.00 und 16.30 Uhr über die Biologie von Pythonschlangen und Erdmännchen ebenso wie über die Lebensweise der europäischen Arten Bär, Luchs, Wildkatze, Wolf und Uhu.
(c) Foto: Michael Rother
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