Keine Bange vor der Schlange!“ –Der Vogelpark entführt am Sonntag mit einem spannenden Aktionstag in die faszinierende Welt der Kriechtiere und Lurche
Dienstag, den 25. Mai 2010 um 08:13 Uhr
Am Sonntag, den 30. Mai, lädt der Vogelpark im Herborner Stadtteil Uckersdorf zum diesjährigen Aktionstag „Keine Bange vor der Schlange“ ein. Vogelparkleiter Wolfgang Rades entführt Naturfreunde von 11.00 bis 17.00 Uhr in die faszinierende Welt der Kriechtiere und Lurche. Dabei stehen sowohl einheimische als auch exotische Schlangen, Schildkröten, Echsen sowie Frösche und Salamander im Blickpunkt.
So erhalten die Besucher des bei großen und kleinen Naturfreunden beliebten Aktionstages die Möglichkeit zur unmittelbaren Kontaktaufnahme zu australischen Bartagamen, afrikanischen Königspythonschlangen und amerikanischen Königsnattern. Zudem wird am Sonntag der pensionierte Polizist Sepp Prosch aus Eiershausen mit „Walter“, seiner mehr als zwei Meter langen Kaiserboa, zu Gast sein. In diesem Jahr findet dieser Naturerlebnistag auch im Rahmen der Aktions- und Erlebniswoche "Biologische Vielfalt erleben!" des Netzwerks BioFrankfurt (22. bis 31. Mai 2010) statt (www.biofrankfurt.de).
Rades: „Unser Vogelpark hat als wissenschaftlich geführter Tiergarten im Sinne der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie den Anspruch, unsere Bevölkerung mit diesen Geschöpfen, die unseren Planeten mit uns teilen, vertraut zu machen. Durch die tierverträglich dosierten „Streicheleinheiten“ für die zahmen Reptilien möchten wir erreichen, dass sich künftig mehr Menschen für diese faszinierenden und global hochbedrohten wechselwarmen Tiere interessieren und sich für ihren Schutz einsetzen.“
Vor diesem Hintergrund möchte das Vogelparkteam mit Unterstützung der Kooperations-partner Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) sowie der Zoofachbetriebe aqua natura, Leun und Samen Schneider, Dillenburg, auch das interessante Hobby der Terrarienkunde fördern. Denn bekanntlich ist der Mensch nur bereit, sich für den Schutz der Tiere einzusetzen, die er auch näher kennen und möglichst auch lieben gelernt hat.
Natürlich ist die Pflege dieser Tiere in Privathand nur verantwortbar, wenn die Tiere aus legalen Nachzuchten stammen und sachkundig sowie tiergerecht untergebracht werden. Dafür gibt der Herborner Diplom-Biologe, der für den Deutschen Naturschutzring auch Mitglied in der Sachverständigengruppe zur Festlegung von Mindesthaltungsanforderungen für Reptilien beim Bundeslandwirtschaftsministerium war, wertvolle Tipps.
Ein besonderes Anliegen des Vogelparks als Partner des NABU und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ist es natürlich insbesondere, die Bevölkerung für den Schutz der einheimischen Kriechtiere und Lurche und ihrer Lebensräume zu sensibilisieren.
Vogelparkleiter Wolfgang Rades betont: „Leider wird in Deutschland täglich immer noch eine Fläche von mehr als 100 Fußballfeldern verbaut. Darunter sind auch wertvolle Lebensräume von Reptilien und Amphibien wie Tümpel und Weiher, Wiesen, Trockenmauern und Feldraine. Zudem werden leider immer noch völlig harmlose Ringelnattern und Blindschleichen von unwissenden und vorurteilsbelasteten Bürgern totgeschlagen!“
Aus diesem Grund pflegt der Vogelpark seit geraumer Zeit in einem Freilandterrarium auch Schlangen, die in unserer Region heimisch sind. Leider konnte dort seit 2008 nur noch die am Unterlauf der Lahn vorkommende Würfelnatter gezeigt werden, während es dem Vogelparkteam leider lange Zeit nicht gelang, die auch in Mittelhessen und dem benachbarten Nordrhein-Westfalen noch weit verbreitete Ringelnattern aus einer legalen Nachzucht zu bekommen. Nach fast zweijähriger Suche ist es jedoch endlich soweit: Pünktlich zum diesjährigen Aktionstag „Keine Bange vor der Schlange“ hat der Herborner Vogelpark junge Ringelnattern aus dem Tiergarten Straubing bekommen, um seine Besucher auch mit der häufigsten heimischen und besonders hübschen, übrigens völlig harmlosen, Schlange besonders anschaulich vertraut machen zu können.
Neben lebenden Tieren sind am Sonntag im Vogelpark auch verschiedene Präparate zu sehen, die das Johanneum-Gymnasium Herborn und das Bundesamt für Naturschutz in Bonn zur Verfügung gestellt haben, und mit deren Hilfe auch die mit dem illegalen Handel bedrohter Tiere und ihrer Produkte zusammenhängenden Artenschutzprobleme aufgezeigt werden sollen.
Neuer Anziehungspunkt des Herborner Vogelparks zu Pfingsten - Clownfisch „Nemo“ und seine Symbioseanemone werben für den Schutz der Meere
Dienstag, den 18. Mai 2010 um 08:11 Uhr

Bekanntlich sind die in den naturnahen Gehegen des Vogelparks im Herborner Stadtteil Uckersdorf in der ungemein reizvollen Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Lahn-Dill Bergland gepflegten über 300 Tiere in etwa 70 Arten Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher nicht nur aus Mittelhessen. Auch aus dem Westerwald und Siegerland und selbst aus den Ballungsgebieten an Main, Rhein oder auch dem Ruhrgebiet finden immer mehr Naturfreunde den Weg in Herborns familienfreundliches Naturerlebniszentrum.
Wie Parkleiter Wolfgang Rades betont, sind die Vogelparkbewohner der wild lebenden Arten darüber hinaus in unserer naturentfremdeten Gesellschaft wichtige Botschafter für die Bedürfnisse ihrer frei lebenden Artgenossen. Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern wie mit den großen Naturschutzverbänden NABU oder Grzimeks Zoologischer Gesellschaft Frankfurt versucht das Vogelparkteam, die Besucher des Parks für den Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren.
Wie nötig das ist, zeigt nach Mitteilung des Vogelparkleiters die auch im zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt ausgerufenen Jahr 2010 ungebremst voranschreitende Vernichtung der Biodiversität. Rades: „Kein Verständnis kann man dafür haben, wie unverantwortlich und hochmütig Homo sapiens, der angeblich weise Mensch, dabei ist, seine eigenen natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören!“ Das kurzsichtige Auftreten zahlreicher Menschen, die immer wieder im bloßen Gewinnstreben die Grenzen des Machbaren überschreiten, erinnert den Herborner Biologen an den biblischen Turmbau zu Babel.
Ein aktuelles Beispiel sei die durch verantwortungsloses und fahrlässiges menschliches Handeln verursachte Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko, wo täglich ungebremst ausströmende 800.000 Liter Rohöl unzählige Opfer unter Fischen, Wasservögeln und anderen Meerestieren fordern. Wolfgang Rades: „Darüber hinaus leiden auch die für diese Umweltkatastrophe nicht verantwortlichen Menschen – vom Fischer bis zur Tourismusindustrie – unter der Gier des Ölkonzerns BP nach Gewinnmaximierung!“
Besonders gefährdet durch solche menschengemachten Katastrophen sind die für den Menschen ungemein wichtigen marinen Ökosysteme mit ihrer einzigartigen biologischen Vielfalt. Auf deren Schönheit hatte vor einigen Jahren auch der Animationsfilm „Findet Nemo“ jung und alt eindrucksvoll aufmerksam gemacht. Was liegt da näher, als im Ausstellungsraum des Herborner Naturerlebniszentrums zur Begeisterung der Menschen für die Faszination der Meeresbewohner pünktlich zu den Pfingsttagen den Clownfisch „Nemo“ und die für seine Art so wichtige Symbioseanemone zu präsentieren?
Mit Hilfe des farbenfrohen Sympathieträgers „Nemo“ möchten die Naturschützer nicht nur auf die aktuelle Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko aufmerksam machen, sondern auch auf den sonstigen nur allzu oft verantwortungslosen Umgang des Menschen mit den tierischen Bewohnern der Meere.
So gilt es, die Vogelparkbesucher unaufdringlich auf das latente Problem der Ausbeutung der Meere durch Überfischung, sei es beim Thunfisch oder auch vielen Hai- und weiteren Fischarten ebenso aufmerksam zu machen, wie aktuell auf das verheerende Vorhaben auch der Bundesregierung, im Rahmen der im Juni tagenden Internationalen Walfangkommission (IWC) das weltweite Walfangverbot zugunsten der dieses seit Jahren unterwandernden Länder Japan, Norwegen und Island aufzuweichen. Denn eine unrühmliche und der enormen Bedrohung der faszinierenden Meeressäuger nicht gerecht werdende Rolle spielt leider auch das Bundeslandwirtschaftsministerium.
Deswegen haben jetzt 25 Umwelt- und Tierschutzorganisationen, darunter auch der NABU, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, Greenpeace, der WWF, der BUND oder der internationale Tierschutzfonds IFAW ein Protestschreiben an die Bundesregierung versandt, um den eindrucksvollen Meeressäugern, vom Delfin bis zum Finnwal den ihnen gebührenden Schutz nicht zu verweigern. Nähere Informationen dazu gibt es auf den Webseiten www.nabu.de und www.ifaw.org . Dort können sich Naturfreunde auch an einer Online-Protestaktion gegen den legalisierten Abschuss von jährlich etwa 1.400 Walen beteiligen.
Natürlich sollen sich die Vogelparkbesucher in erster Linie an der Schönheit der interessanten tierischen Bewohner von Herborns Naturerlebniszentrum erfreuen können. Darauf aufbauend ist getreu dem Motto „nur was man kennt, kann man schützen“ die Sensibilisierung der Besucher für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt eine weitere Aufgabe zeitgemäß geführter Zoologischer Gärten mit steigender Bedeutung.
So sollen auch Nemo und seine Artgenossen dazu beitragen, dass die Vogelparkbesucher vermehrt über die Bedeutung des Schutzes der Meere und ihrer Bewohner nachdenken und sich dann vielleicht sogar aktiv für diese engagieren.
Das Vogelparkteam bedankt sich bei der Familie Landvogt als Inhaber der Aquariengroß- und Einzelhandelsfirma Aqua natura in Leun ebenso für die Unterstützung dieses Projekts wie beim Team um Professor Hans-Peter Ziemek und seiner Mitarbeiterin Ulrike Steinweg vom Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen.
Neben „Nemo“ und seinen Verwandten hat der Vogelpark an den Pfingsttagen natürlich auch weitere Höhepunkte, nicht zuletzt zahlreiche Jungtiere, zu bieten. Zoopädagogin Christin Dederich und Tierpfleger Andreas Trapp werden am Wochenende im Rahmen der täglich im 11.30 und 15.00 Uhr kostenlos angebotenen Führungen „Mit dem Tierpfleger unterwegs“ die aktuellen Tierkinderstuben, unter anderem die der Kängurus und Weißstörche, ein wenig näher vorstellen.
Ausflugstipp am Himmelfahrtstag
Dienstag, den 11. Mai 2010 um 09:16 Uhr
Für Gartenbesitzer bietet der Vogelpark am Himmelfahrtstag, Donnerstag, den 13. Mai, eine besonders attraktive Gelegenheit zum Parkbesuch:
Denn dann richtet das Vogelparkteam von 11.00 bis 16.00 Uhr gemeinsam mit den Freunden der Flora Herbornensis und dem Förderverein für Landschaft und Kultur des hessischen Westerwaldes den traditionellen Tag des naturnahen Gartens mit einer Pflanzenbörse aus. Gartenfreunde können dann attraktive Stauden und andere Pflanzen gegen ihre Mitbringsel eintauschen oder auch günstig erstehen.
Auch steht zu dieser Zeit der Lahnauer Gartenbautechniker Dirk Behnert als Gartenexperte des Vogelparkvereins zur Beantwortung von Fragen rund um den naturnahen Garten zur Verfügung.
Nähere Auskünfte gibt es unter der Rufnummer 02772/42522
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