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Unverletzte Jungtiere am Fundort belassen

Dienstag, den 11. Mai 2010 um 09:01 Uhr

Waldkauz– nur in den seltensten Fällen sind sie verlassen!

Sowohl in den Gehegen des Vogelparks im Herborner Stadtteil Uckersdorf als auch in der Natur stellt sich jetzt allerorten Nachwuchs ein. Während der Brutbeginn beim Pärchen der im März neu aus dem Tierpark Bochum erhaltenen Bartkäuze beim Team des Vogelparks für eine besonders freudige Erwartung sorgt - immerhin gelang die letzte Nachzucht dieses beeindruckenden Nachtvogels in Herborn zuletzt vor sechs Jahren -, werden die aktuelle Bruten bei den Schneeeulen, den Teichhühnern, den Heiligen Ibissen oder auch den Weißstörchen eher routiniert, wenn natürlich auch ebenfalls erfreut zur Kenntnis genommen. Über die erste erfolgreiche Herborner Nachzucht der Parmakängurus, das jetzt zunehmend seinen Kopf aus dem Beutel seiner Mutter steckt, wurde ja bereits berichtet.

Jedenfalls ist der Wonnemonat Mai aufgrund der erwachten Natur im und um den Vogelpark und der zahlreichen Jungtiere im Park trotz der nicht immer optimalen Witterung ein besonders attraktiver Monat für einen Vogelparkbesuch. Zumal das frische Grün in der herrlichen Landschaft, in die Herborns Vogelpark eingebettet ist, alljährlich nur zu dieser Zeit zu sehen ist.

In diesen Wochen ziehen auch in der Natur zahlreiche Tiere ihren Nachwuchs groß. Tragischerweise häufen sich damit aber erneut die Meldungen von zumeist nur scheinbar verlassenen Jungtieren, die vielfach in falsch verstandener Tierliebe von wohlmeinenden Tierfreunden aufgegriffen werden, um sie von Hand großzuziehen.

Nach Mitteilung des Vogelparkleiters Wolfgang Rades sollte jedoch unbedingt oberstes Gebot sein, unverletzte Jungtiere am Fundort zu belassen. Denn wie der Diplom-Biologe betont, handelt es sich bei den scheinbar hilflosen Jungtieren zumeist nämlich gar nicht um Waisen. Dies gilt unter den Säugetieren zum Beispiel für Rehkitze oder junge Feldhasen, die von ihrer Mutter nur abgelegt werden, um sie einige Male am Tag oder auch in der Nacht zum Säugen aufzusuchen.

Und auch in der Vogelwelt kommt es häufig vor, dass noch relativ junge Jungvögel,
z. B. Eulen oder auch Singvögel, selbst wenn sie noch nicht flugfähig sind, das Nest vorzeitig verlassen. Als so genannte „Ästlinge“ stehen diese schon befiederten Jungvögel dann im Astwerk oder auch auf einer Wiese sitzend durch Bettelrufe noch mit ihren Eltern in Verbindung. Völlig falsch ist es, solche Jungvögel in falsch verstandener Tierliebe aufzugreifen und quasi ihren Eltern zu entführen, denn sie benötigen gar keine menschliche Hilfe.

Dennoch sollte man in den Fällen, in denen der Aufenthaltsort eines Jungvogels, an einem kritischen Platz ist, etwa an einer stark befahrenen Straße oder auf einem Kinderspielplatz, durchaus mit Augenmaß eingreifen: Solche Jungvögel setzt man am besten in einige Meter Entfernung an eine geschütztere Stelle, zum Beispiel in eine Hecke oder unter ein Gebüsch, um.

Noch nackte Jungvögel dieser Arten sollten hingegen möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden. Für Jungvögel ist das nach Mitteilung von Vogelparkleiter Wolfgang Rades unproblematisch, da sich die Vogeleltern im Gegensatz zu manchen Säugetieren nicht am menschlichen Geruch stören.

Dringend raten die Experten davon ab, Jungtiere zur Handaufzucht mitzunehmen. Rades: „Von Hand aufgezogene Jungtiere haben selbst bei fachgerechter Pflege sehr viel schlechtere Überlebenschancen als die in der Natur aufgewachsenen.“

Wie der auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft Internationaler Artenschutz des NABU aktive Herborner Biologe betont, trägt dem auch das Bundesnaturschutzgesetz Rechnung. Denn es erlaubt die vorübergehende Aufnahme von Jungtieren nur dann, wenn sie verletzt oder krank und somit wirklich hilflos sind.

In Zweifelsfällen empfiehlt es sich, telefonische Auskünfte bei der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung (Tel. 06441/4071831), der Vogelklinik Gießen (Tel. 0641/9938432), der Staatlichen Vogelschutzwarte in Frankfurt (Tel. 069/4201050), dem Vorstand der örtlichen NABU-Gruppe (beispielsweise unterhält der NABU in Solms-Oberbiel eine kleine Auffangstation) oder im Vogelpark Herborn (Tel. 02772/42522) einzuholen.

Das Vogelparkteam betont, dass der Vogelpark Herborn, ähnlich wie natürlich die anderen Pflegestationen auch, längst nicht alle pflegebedürftigen Vögel aufnehmen kann. Rades: „Dies gilt neben den Gründen der engen Kapazitäten im Vogelpark besonders auch aus hygienischen Gründen, gilt es doch, ein Infektionsrisiko für den kostbaren Vogelbestand des Parks auszuschließen. Aus diesen Gründen können wir uns keinesfalls um die häufigen Arten wie Singvögel, Tauben oder auch Enten kümmern!“

Vielmehr stellt das Vogelparkteam die begrenzten Kapazitäten seiner Auffangstation folglich nur den Vertretern der selteneren Arten zur Verfügung. Dazu zählen Greifvögel, Eulen, Störche, Kraniche, Reiher, Taucher oder Eisvögel.

Aktuell hat das Vogelparkteam zwei verletzte Mäusebussarde aus der Natur in Pflege und zieht vier Waldkauzästlinge von Hand auf. Bei diesen handelt es sich um einen echten Notfall: Hatte die Waldkauzmutter doch tatsächlich ihre Eier in einem Entenhaus auf einem Dillenburger Weiher ausgebrütet. Mit der Folge, dass das älteste Eulenjunge prompt nach dem Verlassen des Nestes im Weiher ertrank. Als der Jagdpächter sich hilfesuchend an den Vogelpark wandte, um den Geschwistern das gleiche Schicksal zu ersparen, schlug das Vogelparkteam dieses Hilfegesuch natürlich nicht aus.

Allerdings werden die vier possierlichen Jungeulen aufgrund ihrer auch in der Natur besonders langen Abhängigkeit von den Eltern noch viele Wochen die Pflege des Vogelparkteams in Anspruch nehmen müsse, bevor sie dann im Spätsommer nach erfolgreichem Training des Fangs lebender Mäuse wieder in die Natur entlassen werden können.

In Hessen wird die Arbeit von Wildvogelpflegestationen im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht vom Land bezuschusst. Natürlich ist der Vogelpark aufgrund des mit der - übrigens freiwillig - erfolgenden Übernahme der Aufgaben einer Wildvogelpflegestation sehr froh über jede finanzielle Unterstützung, sei es durch die Übernahme einer Patenschaft oder auch „nur“ durch die Eintrittsgelder der in diesem Mai hoffentlich besonders zahlreichen Vogelparkbesucher.

 

Lohnenswerter Besuch des Herborner Vogelparks in der Woche der Artenvielfalt am Muttertagswochenende

Dienstag, den 04. Mai 2010 um 13:03 Uhr

Samstägliche Wanderung auf den Spuren des Haselhuhns mit Vesperangebot in den Haubergen  sowie Gratiskaffee für Mütter am Muttertag

HaselhanDer Samstagnachmittag, 8. Mai, steht als hessischer Naturerlebnistag in Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Hessen in der Woche der Artenvielfalt unter dem Motto „Zauber der Hauberge“ im Zeichen einer naturkundlichen Wanderung in die Hauberge bei Haiger – Offdilln. Dort hat einer der seltensten Vögel Hessens, das Haselhuhn, sein letztes Vorkommen. Wie Vogelparkleiter Wolfgang Rades betont, wird das sehr scheue Haselhuhn wohl kaum zu sehen sein. Vielmehr gilt es bei dieser Exkursion, die in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz- und Förderverein Vogelpark Herborn-Uckersdorf e.V. sowie dem Heimat- und Geschichtsverein Offdilln selbstverständlich naturverträglich durchgeführt wird, auf den Spuren des Haselhuhns auf die naturkundlichen Besonderheiten des außergewöhnlich wertvollen Lebensraums Hauberge aufmerksam zu machen. So informieren die Experten, wieso das extrem seltene und scheue Waldhuhn hier aufgrund der ökologisch bedeutenden Form extensiver Waldnutzung noch eine Überlebenschance hat. Neben der Tierwelt steht am Samstag ganz besonders die Vegetation im Mittelpunkt, über die der Medenbacher Pflanzenkundler Werner Becker  informiert. 

Treffpunkt zu dieser Exkursion ist am Samstag um 14.45 Uhr der Eingang des Vogelparks in Herborn-Uckersdorf. Von hier  führt die Zoopädagogin Christin Dederich die interessierte Naturfreunde zunächst zur Einstimmung auf die große Bedeutung der Artenvielfalt durch den Vogelpark und informiert hier über aktuelle Ereignisse. Im Anschluss daran geht es in Fahrgemeinschaft nach Offdilln zum historischen Hauberg am Kohlenmeilerplatz (nahe dem Sportplatz), wo gegen 16.00 Uhr die naturkundliche Wanderung startet.
Von 18.00 bis gegen 19.00 Uhr besteht dann gegen einen kleinen Kostenbeitrag am Kohlenmeilerplatz die Gelegenheit zur Teilnahme an einer Vesper des Heimat- und Geschichtsvereins Offdilln. Die Tageseintrittskarte für den Vogelpark berechtigt am Samstag auch zur Teilnahme an dieser Wanderung.
Um Voranmeldung für diese Veranstaltung wird bis zum 7. Mai gebeten unter der Rufnummer 02772/42522 oder per Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .
Für Mütter gibt es am Muttertag eine Gratis- Tasse Kaffee im Gartencafé des Vogelparks.
Mit einer besonderen Überraschung begrüßt das Team des familienfreundlichen Vogelparks in Herborn am Muttertag am Sonntag, den 9. Mai, seine Gäste:  Mütter, die ihren Vogelparkbesuch zwischen 9.30 und 13.00 Uhr beginnen, erhalten beim Lösen ihrer Eintrittskarte an der Kasse einen Gutschein für einen kostenlosen Pott Kaffee, der ab 11.30 Uhr im Gartencafé des Vogelparks eingelöst werden kann.
 
 

Erste Nachzucht eines Kängurus im Vogelpark Herborn: Ein kleines Parmakänguru guckt aus dem Beutel von Känguruweibchen „Gondwana“

Freitag, den 30. April 2010 um 08:03 Uhr

Herboraltn, 20.07.09. Neues Leben regt sich jetzt in der vor Jahresfrist fertiggestellten neuen Australienanlage im Vogelpark im Herborner Stadtteil Uckersdorf:

Während das Pärchen des auch Lachender Hans genannten australischen Rieseneisvogels noch in seiner Nisthöhle ein Gelege bebrütet, ist der Nachwuchs im benachbarten Kängurugehege mit ein wenig Geduld schon gut zu beobachten.

Wie dieser Zuchterfolg bestätigt, harmoniert das international zusammengestellte Pärchen der ursprünglich im Südosten Australiens heimischen, nur etwa hasengroßen Parmakängurus hervorragend. Während Kängurupapa „Pangäa“ aus dem belgischen Peer stammt, erblickte die Kängurumama „Gondwana“, in einem bayrischen Tierpark das Licht der Welt.

Die Frage nach den außergewöhnlichen Namen der Kängurueltern erklärt sich auch schnell, wenn man weiß, dass der befreundete naturkundliche Verein „Zeitsprünge e.V.“ aus Breitscheid die Patenschaft für die beiden ursprünglichen Säugetiere übernommen hat. Und dieser hat, passend zur Einbindung in den Geopark „Westerwald - Lahn-Dill - Taunus“ die Kängurus nach den ursprünglichen Kontinenten „Gondwana“ und „Pangäa“ benannt.

Erdgeschichtlich korrekt müsste das kleine Känguru jetzt „Laurasia“ genannt werden, hatte sich doch der Urkontinent „Pangäa“ in die beiden Kontinente „Gondwana“ und „Laurasia“ aufgespaltet  Die Namensgebung für das Jungtier, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, soll allerdings natürlich in Abstimmung mit einer hoffentlich schon bald von Tierfreunden übernommenen Patenschaft über dieses Tier erfolgen.

 

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