Der Vogelpark ist noch bis zum 30. November geöffnet
Mittwoch, den 25. November 2009 um 08:44 Uhr
Mehr als 43.000 Besucher kamen in diesem Jahr in den Herborner Vogelpark
Natur- und Tierfreunde können den Vogelpark im Herborner Stadtteil Uckersdorf in diesem Jahr noch bis einschließlich Montag, den 30. November besuchen. Ohnehin war das Jahr 2009 im Nachzuchtbereich ein recht erfolgreiches. So schritten unter anderem neben den Störchen, Ibissen, Hammerköpfen, Papageien, Lachenden Hänsen und Muntjaks erstmals auch die Flamingos und die seltenen Balistare zur Fortpflanzung. Das bewährte Zuchtpaar der kostbaren Rotbrustkrontaube zieht derzeit den schon zweiten Jungvogel dieses Jahres groß, und die Schneeeule „Hedwig“ wurde gar sechsfache Mutter.
Die am 1. Dezember beginnende Winterpause im Vogelpark bedeutet natürlich wie immer keinesfalls "Winterruhe"! Vielmehr wird auch in den nächsten Monaten, bis zur witterungsabhängig für Sonntag, den 7. März 2010 vorgesehenen Saisoneröffnung, weiterhin vom Vogelparkteam fleißig gearbeitet werden.
Neben der täglichen Betreuung der zu einem großen Teil in die geheizten Innenvolieren umziehenden Vögel und anderen Tiere stehen Renovierungsarbeiten an den Gehegen und Volieren, und eine Entschlammung der Teiche ebenso an, wie die Pflege der gärtnerischen Anlagen. Weiterhin müssen Schilder gepflegt und überarbeitet und die "Saison" 2010 vorbereitet werden.
Zudem zuletzt soll mit Unterstützung des Vogelparkvereins und der Sparkasse Dillenburg eine begehbare Voliere für seltene heimische Vögel, möglichst sogar Eisvögel, bis zum Frühjahr fertiggestellt werden. Das Vogelparkteam erhofft sich von dieser Voliere eine erhöhte Attraktivität besonders für begeisterte Naturfotografen.
Unter dem Motto "Artenvielfalt ist Lebensqualität" engagiert sich das Vogelparkteam in Zusammenarbeit mit der Stadt Herborn, dem Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen, dem Johanneum-Gymnasium und verschiedenen Naturschutzorganisationen für den Natur- und Artenschutz sowie die Umweltbildung. Davon überzeugten sich in diesem Jahr bislang schon mehr als 43.000 Besucher. Somit ist das Jahr 2009 das nach 2007 (43.170 Gäste) in der Besucherbilanz zumindest zweiterfolgreichste Jahr in der 43-jährigen Geschichte des Herborner Naturerlebniszentrums.
Diese Besucherzahl belegt die weiterhin steigende Attraktivität des Vogelparks ebenso, wie sie seine Notwendigkeit als außerschulischer Lernort und als "Notausgang zur Natur" in einer Zeit der PISA-Studie und der wachsenden Naturentfremdung unserer Bevölkerung aufzeigt.
Etwa 80 % der jährlichen Betriebskosten erwirtschaftet das Vogelparkteam selbst. Für die Zukunftsfähigkeit des Herborner Vogelparks als Naturerlebniszentrum und außerschulischer Lernort ist folglich die Erweiterung der derzeit nur knapp ein Hektar großen Parkfläche auf etwa 2,5 Hektar dringend erforderlich. Leider liegt ein zwar kleiner, aber bedeutender Teil der geeigneten Erweiterungsfläche in der Nachbarschaft des Vogelparks im Schutzwaldbereich. Die Stadt Herborn hat deswegen bei der Oberen Forstbehörde beim Regierungspräsidium Gießen die Aufhebung des Schutzwaldstatus für diesen Bereich beantragt. Die Verantwortlichen von Stadt und Vogelpark bitten die Obere Forstbehörde nunmehr um eine rasche und für die Weiterentwicklung des Herborner Naturerlebniszentrums positive Entscheidung.
Könige der Nacht erleben
Donnerstag, den 05. November 2009 um 16:20 Uhr
Ein besonderer Tipp ist gerade im Herbst ein Besuch der faszinierenden Eulen – der unumstrittenen Könige der Nacht - im Vogelpark Herborn.
Den Bartkauz aus den nordischen Nadelwäldern, die Schneeeule „Hedwig“ mit ihren bernsteinfarbenen Augen – nicht zuletzt bekannt als Botenvogel des Zaubererlehrlings Harry Potter nebst ihrem fast schneeweißen Männchen „Merlin“ sowie den auch bei uns im Westerwald, Rothaargebirge und Lahn-Dill-Bergland wieder recht verbreiteten Uhu umgibt eine ganz besondere Faszination, die in der herbstlichen Dämmerung besonders anziehend wirkt.
Das Team des Herborner Vogelparks trägt dem jetzt Rechnung und bietet Naturfreunden im November montags, mittwochs und samstags zum Einbruch der Dämmerung eine Informationsfütterung der Könige der Nacht.
Natürlich empfiehlt es sich, den Vogelpark bereits früher am Tag aufzusuchen, um auch die anderen attraktiven Tierarten wie die zutraulichen Papageien, die Störche, die Muntjakhirsche, die possierlichen Lisztäffchen oder die anmutigen Pythonschlangen in Ruhe erleben zu können.
Der Vogelpark Herborn ist im November und ggf. auch darüber hinaus noch bis zum Eintritt harter Winterwitterung mit Eis und Schnee täglich von 9.30 Uhr bis zur Dunkelheit geöffnet. Letzter Einlass ist eine Stunde vor Eintritt der Dunkelheit.
Nach der seltenen Rotbrust-Krontaube gelang im Sommer auch die erste Herborner Nachzucht des Balistars
Dienstag, den 20. Oktober 2009 um 08:04 Uhr
Uckersdorfer Vogelpark erfolgreicher Teilnehmer an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen
Nur noch etwa ein Dutzend Balistare leben frei auf der indonesischen Insel Bali, und sie leben in der Natur nur dort. Genauer gesagt nur noch in den Busch- und Baumsavannen des nur etwa 100 Quadratkilometer Fläche umfassenden Bali Barat Nationalpark im Nordwesten der Insel. Denn nur allzu begehrt sind die schneeweißen Vögel als Ziervögel auf den asiatischen Tiermärkten! Zudem ist auch auf Bali, wie vielerorts auf der Welt, die starke Lebensraumzerstörung durch den Menschen zur Bedrohung für die biologische Vielfalt geworden, weswegen der aparte Vogel im Bali Barat Nationalpark seine letzte Zuflucht findet.Der Balistar zählt in der Natur zu den bedrohtesten Vögel. Glücklicherweise gelingt es in Menschenobhut recht gut, diesen bemerkenswert hübschen Vogel zur Nachzucht zu bringen. In koordinierten internationalen Erhaltungszuchtprojekten bemühen sich die Zoologischen Gärten weltweit, teilweise auch in vorbildlicher Kooperation mit privaten Vogelliebhabern, diesen schönen Starenvogel der Nachwelt zu erhalten. Eine alleinige Unterschutzstellung im natürlichen Lebensraum wäre aussichtslos, da der Marktwert des Vogels in Ostasien einfach zu große Anreize zur Wilderei schafft. Wären nicht schon seit 1987 mehrfach Balistare wiedereingebürgert worden, gäbe es auf Bali längst keine frei lebenden Balistare mehr!
Schon seit geraumer Zeit versucht auch der Vogelpark Herborn, den so stark bedrohten Balistar erfolgreich nachzuzüchten. Bekanntlich gelingt dies dem Vogelparkteam bei vielen Tierarten, so auch bei der fast putengroßen Rotbrustkrontaube aus Neuguinea, von der seit 2002. bereits 11 Jungvögel erfolgreich aufgezogen werden konnten.
In diesem Sommer gelang sehr zur Freude des Vogelparkteams nun erstmals auch in Herborn die Nachzucht des so stark bedrohten Balistars. Ein junges Männchen konnte von seinen aus den Zoos von Frankfurt und Wuppertal stammenden Eltern erfolgreich aufgezogen werden.
Doch damit nicht genug: Wie Vogelparkleiter Wolfgang Rades mitteilt, hat der Zuchtbuchführer des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für den Balistar, der Biologe Bernd Marcordes vom Zoo Köln, jetzt sogar angefragt, ob der Herborner Vogelpark dieses junge Männchen für ein Nachzuchtprojekt auf Bali, dessen Jungvögel dann in die Natur entlassen werden sollen, zur Verfügung stellen würde.
Natürlich haben die Herborner Naturschützer dem sogleich zugestimmt, so dass gute Aussichten bestehen, dass der Herborner Jungstar demnächst in die Heimat seiner Vorfahren ausreisen wird. - Wir werden Sie diesbezüglich auf dem laufenden halten.
Der Vogelpark Herborn ist im Herbst noch bis zum Einbruch andauernder winterlicher Witterung mit Eis und Schnee täglich von 9.30 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Der letzte Einlass ist eine Stunde zuvor.
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