Kultur und Natur am Sonntag in Herborn-Uckersdorf Begegnung handwerklicher Traditionen mit der Kinderstube vieler Tiere beim 12. Tag des alten Handwerks im Vogelpark
Donnerstag, den 12. August 2010 um 07:48 Uhr
Zu einem der Höhepunkte der diesjährigen Vogelparksaison kommt es beim beliebten „Tag des alten Handwerks“ als besonders reizvolles Miteinander von Kultur und Natur am Sonntag, den 15. August im Vogelpark in Herborns Stadtteil Uckersdorf:
Zum schon zwölften Mal präsentiert der Vogelpark verschiedene traditionelle Zünfte aus unserer Region. Erstmals erhält diese beliebte Großveranstaltung neben der Vielfalt der in Herborns Naturerlebniszentrum lebenden Tierwelt aus aller Welt zudem kulturell internationales Flair durch die Präsentation afrikanischen Kunsthandwerks durch die Organisation Christs Hope, die darüber hinaus über ihre Bildungsprojekte in Namibia, Zimbabwe, Kongo, Kenia, Tansania und Sambia informieren wird.
Noch vor dem Beginn der handwerklichen Aktivitäten findet um 10.00 Uhr auf dem Spielplatz am Vogelpark als erster und besonders festlicher Höhepunkt dieses Sonntages ein ökumenischer Freiluftgottesdienst unter dem Motto „Gottes wunderbare Schöpfung bewahren“ statt.
Und auch in der Zeit bis zum offiziellen Beginn des Handwerkertags um 13.00 Uhr wird den großen und kleinen Vogelparkbesuchern nicht langweilig werden. Denn aktuell gibt es in Herborns familienfreundlichem Naturerlebniszentrum bekanntlich besonders viele Jungtiere zu bewundern. Die Palette reicht von jungen Meerschweinchen und Zwergziegen über ein kleines Parmakänguru und die gleich sechs Köpfe zählenden Jungtiere von Schneeeule „Hedwig“ sowie jungen Heiligen und Roten Ibissen bis zum dreiköpfigen Kindergarten bei den zuletzt bundesweit für Schlagzeilen sorgenden Rosa Flamingos um „Siegfried“ und „Roy“. Und natürlich lädt das Vogelparkteam auch wieder um 11.30 Uhr zur beliebten Führung „Mit dem Tierpfleger unterwegs“ ein.
Von 13.00 bis 18.00 Uhr verwandelt sich der Vogelpark dann in bewährter und beliebter Weise in eine Art "Museumsdorf". Auf den Wegen des Naturerlebniszentrums werden verschiedene Akteure alte Handwerks- und Handarbeitskünste wieder aufleben lassen.
Auf dem großen Kinderspielplatz bearbeitet Schmied Anton Schüler rotglühendes Eisen und versetzt nicht nur alle Zuschauer in Staunen, sondern ermöglicht darüber hinaus auch kleinen Nachwuchsschmieden, sich einmal in der Kunst dieses traditionsreichen Handwerks zu versuchen. Stuhlflechter Manfred Wiesner erweckt alte Stühle zu neuem Leben, während die Kunst des Korbflechtens bei Günter Hennig und das traditionsreiche Gewerk des Rechenmachens bei Erhard Peusch zu sehen sind.
Inge Wagner und Christa Ernst begeistern mit ihrer Klöppelkunst. Am Spinnrad ist Edith Fischer zu bewundern, während Hanni Schlerege beim Sticken ein weiteres nostalgisches Frauen– Handwerk vorführt.
Werner Heupel bindet nicht „nur“ Besen, sondern er weiß darüber hinaus ebenso wie Margot Weigel alles über die traditionsreiche und für den Naturhaushalt und die Bewahrung der biologischen Vielfalt im Norden des Lahn-Dill-Kreises und angrenzendem Rothaargebirge, wo auch das seltene Haselhuhn noch vorkommt, so immens wichtige Haubergswirtschaft.
Regina Marek pflegt das Kunsthandwerk des Blaudrucks und auch Werner Kraus wird als geschickter Seilmacher zahlreiche Vogelparkbesucher begeistern.
Einmal mehr verdeutlicht die Fingerfertigkeit der engagierten Akteure, wie kunstvoll, aber auch unter körperlichem Einsatz in der „guten, alten Zeit“ die Gegenstände des täglichen Lebens hergestellt wurden. Und natürlich werden die Handwerker ihr Können nicht nur vorführen. Kleine und auch große Vogelparkbesucher können ihr Geschick bei verschiedenen Zünften selbst unter Beweis stellen und zeigen, ob sie damals auf solch kunstvolle Weise ihr Brot hätten verdienen können.
Das der Handwerkertag im Vogelpark alljährlich zum auch überregional bedeutsamen Publikumsmagneten wird, hängt sicherlich von der einzigartigen Atmosphäre auf den idyllischen Wegen des Vogelparks ab. Wo sonst wuselt ein Zwerghuhn mit Küken um die Füße einer Klöpplerin herum oder wo ertönt das Klappern eines Storches in der Nachbarschaft des originellen Westerwaldschmieds, der sein Schmiedefeuer schürt?
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