
Am Beispiel ausgewählter heimischer und fremdländischer Vogelarten vermitteln wir einen Einblick in die vielgestaltige und faszinierende Welt der Gefiederten. Dafür sind die Gehege und Volieren nach Größe und Gestaltung den Bedürfnissen ihrer Bewohner angelegt. Fast alle bei uns lebenden Vogelarten haben hier schon gebrütet oder tun dies regelmäßig.


In den teilweise begehbaren und durchweg abwechslungsreich bepflanzten Volieren tummeln sich afrikanische Hornvögel und australische Lachende Hänse, Rote Ibisse, asiatische Beos, Rotschnabelkittas und Satyrtragopane, Krontauben aus Neuguinea und viele andere Exoten, aber auch europäische Weißstörche, rosa Flamingos, Uhus, Bartkäuze und Schnee-Eulen.
Zu unseren auffälligsten Vögeln aber gehören die eleganten Paradieskraniche und die aparten Kronenkraniche, besonders dann, wenn sie ihre Balztänze aufführen.


Oder sind vielleicht doch eher die zahlreichen bunten Papageien, die überall in den Bäumen des Vogelparks herum turnen am attraktivsten? Einige von ihnen sind so zahm, daß sie sich von unseren Besuchern wohlig das Gefieder kraulen lassen.
Ganz nach Interesse können Sie bei uns die hier lebenden Vögel, aber auch ihr Vogelleben beobachten. Besonders Interessierten geben Informationstafeln zusätzliche Auskünfte über ihre Namen, Herkunft und Lebensweise.

Klapptafeln verschiedener Bauweise animieren zum interaktiven Gebrauch und geben weitere spannende Auskünfte über Zusammenhänge im Netzwerk der Natur.
Für Kinder und jung gebliebene Erwachsen gibt es an der Kasse Fragebögen, die sie bei der Erkundung des Parks zu „Vogelpark-Detektiven“ werden lassen.

Für die etwas weniger Wißbegierigen oder „Erschöpften“ finden sich an bunten Blumenbeeten, an einer Wildblumenwiese oder beim Schmetterlingsgarten reichlich Bänke zum Ausruhen und Erholen.

Seit 1981 informiert der Park seine Besucher mit einem Freiflug- und Auswilderungsprojekt für Weißstörche über die Ursachen des Rückgangs dieser und anderer Vogelarten. Mehr als 60 Jungstörche zogen seither von Herborn aus mit ihren Artgenossen gen Süden. Ein Schaukasten weist in anschaulicher Form anhand der Rückmeldungen die Zugwege dieser Tiere und ihre Rückkehr als Brutstörche in Deutschland nach.

In der Vergangenheit beteiligte sich unser Park mit Jungtieren an der Wiederansiedelung des Uhus in Deutschland. Die Großeule war nach dem Krieg fast ausgerottet worden. Heute haben sich ihre Bestände wieder erholt, so daß keine Stützungsmaßnahmen mehr erforderlich sind.
Das ist bei den Bali-Staren schon anders! Im ursprünglichen Lebensraum dieser Vogelart auf der Insel Bali wurden im Jahr 2003 nur noch 7 Exemplare gezählt! Ein international koordiniertes Zuchtprojekt, an dem auch wir uns beteiligen, sorgt für die Erhaltung dieser Art, wenn auch vorerst nur innerhalb von Volieren.
Eine ähnlich dramatische Entwicklung verzeichnete der Bestand der in Neuguinea beheimateten Rotbrust-Krontaube.
Innerhalb weniger Jahre brachten Bürgerkrieg und Raubbau an den dortigen Regenwäldern die Riesentaube an den Rand des Aussterbens. Wir sind stolz darauf, ein Paar dieser wunderschönen Tiere zu halten und mit regelmäßiger Nachzucht zu ihrer Erhaltung beitragen zu können.

Der Ausstellungsraum unseres Einganggebäudes bietet im Jahresverlauf, neben interessanten Tieren in Vivarien, Raum für verschiedene naturkundliche und auch künstlerische Ausstellungen. Aktuelle Hinweise hierzu können Sie bitte der Rubrik „Aktuelles“ entnehmen. Immer im Blickpunkt steht in unserem Vogelpark als Naturerlebniszentrum die Motivation, unsere Besucher für die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt und die Schönheit ihrer natürlichen Lebensräume zu begeistern. Denn nur was der Mensch kennen- und lieben gelernt hat, für dessen Schutz ist er bereit sich einzusetzen! (Baba Dioum, senegalesischer Umweltschützer).

Im Sinne unseres ganzheitlichen Naturschutzengagements beleben den Park neben dem herrlichen Vogelbestand auch Vertreter einiger anderer attraktiver Tiergruppen. Die possierlichen Lisztäffchen sind attraktive Botschafter für den Schutz ihres tropischen Lebensraumes, die Regenwäldern Kolumbiens.

In naturnahen Freilandterrarien sind einheimische Ringelnattern und Würfelnattern, die Europäische Sumpfschildkröte sowie verschiedene Froschlurche und Molche wie auch Libellen zu beobachten.
Von den Problemen dieser Welt wollen unsere Zwergziegen im Streichelgehege nichts wissen. Sie sind heiß auf die von den Kindern gereichten Leckereien und dankbar für Liebkosungen und Streicheleinheiten.

Nach dem Besuch bei Ziegen, Tauben, Mäusen und Co. kommt für die Kinder mit dem Spielplatz ein weiterer Höhepunkt des Ausflugs. Röhrenrutsche und Nestschaukel, Wackelbrücke und Klettergerät müssen natürlich zuerst ausprobiert werden, bevor es wieder auf Vogelbeobachtung gehen kann.
Wer sich bis dahin die erforderliche Zeit genommen hat, der wird beim abschließenden Gang durch unseren Kiosk bestimmt noch eine passende Erinnerung an den Ausflug in unseren Park, ein Geschenk für die zu Hause Gebliebenen oder auch nur ein Eis für den Weg zurück zum Parkplatz finden.
